Unsere Philosophie und unser Anspruch

1. „Kindergruppe als Nest“
Bindungsorientierter, feinfühliger Umgang
Unsere Weserwichtel sollen sicher und geborgen sein.
Dazu gehört ein feinfühliger Umgangston, der die Gefühle der Kinder respektiert.
Dazu gehört, dass wir die Kinder individuell als kompetente Persönlichkeiten wahrnehmen.
Dazu gehört eine verlässliche Tagesstruktur, die Platz lässt für Weiterentwicklung, Neugier und Spaß.
Dazu gehört, dass wir viel Quatsch machen und viel lachen.
Dazu gehört, dass wir uns immer wieder hinterfragen, ob wir noch genug Ja sagen und nicht zu viel Nein.
Dazu gehören unser Garten und unsere gemütlichen Räume (Schlaf- und Toberaum, großer Spielraum, kleiner Rollenspielraum, Küche, Flur und Toilette), die wir so eingerichtet haben, dass die Kinder groß und wild und klein und leise sein können.
Dazu gehört, dass wir manchmal mitspielen und oft Freiräume geben, um sich ohne Betreuungspersonen auszuprobieren.
Damit sich die Weserwichtel sicher und geborgen fühlen, braucht es auch eine bindungsorientierte Eingewöhnung, bei der die Kinder erst alleine bei uns bleiben, wenn sie Vertrauen zu den Betreuungspersonen aufgebaut haben und sich trösten lassen.
Das dauert ganz individuell unterschiedlich lange. Vor der Aufnahme in unserer Kindergruppe findet ein Vorbereitungsgespräch zur Eingewöhnung statt.
Elternarbeit ist uns wichtig. Durch die kleine Gruppengröße haben wir viel Zeit uns auszutauschen. Zweimal im Jahr bieten wir Entwicklungsgespräche an.
Unser Anspruch ist es, in der Kernzeit von 9 Uhr bis 13:30 Uhr zu dritt zu arbeiten. So haben wir einen Betreuungsschlüssel, der allen Kindern gerecht werden kann.
Mit Fotowänden dokumentieren wir den Alltag der Kinder in der Kindergruppe. Alle Weserwichtel haben eine kleine Fotomappe mit all ihren Liebsten, die sie gerne betrachten. Außerdem hat jedes Kind ein Portfolio, in dem Fotos, Zitate und Bilder der Kinder abgeheftet sind. Wir schreiben Lerngeschichten für die Kinder. Das sind positive Briefe, die den Lernprozess der Kinder beschreiben. Auch diese kommen in ihr Portfolio und sind jederzeit für die Kinder verfügbar. Jedes Kind bestimmt über sein Portfolio.

2. „Mit Hand, Herz und Kopf“
Partizipation / Beteiligung der Kinder
Wir arbeiten nach dem situativen Ansatz. Wir schauen auf die Bedürfnisse und Entwicklungsthemen der Kinder und und stellen gegebenenfalls Räume und Materialien zur Verfügung, um Neugier zu wecken und Interessen zu erweitern.
Die Weserwichtel engagieren sich sich beim Ein- und Auspacken von Dingen, daher haben wir viele Taschen und Dosen.
Rotation interessiert die Kinder, wir haben Autos, Bälle und Räder.
Mit Wasser und Erde wird gerne gematscht, also sind wir viel draußen und bieten in unseren kreativen Angeboten die Möglichkeit zu kleistern… .
Partizipation heißt auch, dass sich die Kinder ihr Frühstücksbrot alleine schmieren und dass sie im Morgenkreis mitentscheiden können, was wir singen und spielen.
Und Partizipation heißt, die Kinder mit ihren Bedürfnissen ernstzunehmen. Wir Erwachsene mögen es unwichtig finden, wenn ein Kind unbedingt den einen blauen Teller möchte und keinen anderen. Dem Kind aber ist es wichtig. Und trotzdem kann es vorkommen, dass sich ein Bedürfnis nicht erfüllt und die Kinder wütend oder traurig werden. Dann trösten wir und verstehen den Schmerz.

3. „Raus“
Raus gehen jeden Tag
Wir gehen jeden Tag in den Garten oder auf Spielplätze der Umgebung.
Manchmal machen wir Ausflüge: In die Bibliothek, zur Kinder- und Jugendfarm, in den Bürgerpark oder in die Kinderwildnis. Dazu benutzen wir unsere zwei Chariots oder nehmen die Straßenbahn. Draußen ist Platz zum Laufen, Matschen, Klettern, Kuchen backen und Entdecken. Manchmal treffen wir andere Kinder oder Nachbarn und nehmen Kontakt auf. Wasser, Sand, Blätter und Äste sind wichtige Spielelemente. Auch Ton wird gerne benutzt. Die Weserwichtel machen sich oft und gerne nass und schmutzig.

4. „Farben sind für alle da“
Diversität und geschlechtersensible Pädagogik
Schon kleine Kinder leben heute mit vielen Stereotypen. Mädchen sollen leise,hübsch und fürsorglich sein und rosa mögen. Jungen sollen cool sein und wild und blau tragen. Es gibt ganz viele Bauarbeiter und viele Krankenschwestern in den Bilderbüchern. Die Spielwarenregale der Läden sind voll mit Mädchen- und Jungenspielsachen. Fast ausschließlich werden klassische Familienmodelle gezeigt. Wir möchten die Kinder ein wenig aus diesen Stereotypen entlasten, damit sie sich frei ausprobieren und ihre eigene Persönlichkeit entwickeln können. Dabei stellen wir nicht die Frage nach Unterschieden. Alle Kinder können Prinzessinnenkleider tragen und Bauarbeiter*innen sein. Unsere Verkleidetasche ist gut gefüllt. Wir achten bei der Auswahl von Büchern auf Diversität. Und wir reflektieren unsere Sprache.

5. „Bim bam bommel“
Musik machen und singen
Ein Teil unser Arbeit ist die Musikpädagogik. Derzeit kommt alle zwei Wochen dienstags eine Musikpädagogin in die Gruppe und macht Stimmbildung mit den Kindern, musiziert und singt mit ihnen. Unsere Instrumentenkiste steht den Kindern immer zur Verfügung. Im Morgenkreis und auch zwischendurch tanzen und singen wir täglich. Dabei nutzen wir die Talente unseres Betreuungsteams: Da wird Didgeridoo, Flöte oder Gitarre gespielt. Da werden Quatschlieder erfunden. Da ist ein riesiges Repertoire an Liedern. Musik ist Begeisterung pur und macht großen Spaß.

6. „Aber zum Geburtstag Kuchen“
Möglichst gesunde und vegetarische Ernährung
Wir möchten, dass die Kinder eine positive Beziehung zum Essen entwickeln und sich gesund ernähren. Die Zutaten für unser Frühstück sollen vollwertig sein. Es gibt aber auch Marmelade. Mittags kochen die Eltern ein möglichst vielseitiges vegetarisches Mittagessen. Auch Genießen lernen ist uns wichtig. Zum Geburtstag gibt es Kuchen. Und auch im Adventskalender oder bei unseren Festen darf mal genascht werden. Bei uns müssen die Kinder nicht aufessen, Nachtisch (Obst, Quark oder Joghurt) gibt es trotzdem.
Einmal am Tag nach dem Mittagessen putzen wir die Zähne.